Bläserklasse

Bläserklasse an der Martin-Buber-Schule

 

IMG 3429Musik ist eine der sozialsten Künste, ein Kontaktmedium. Sie öffnet den Menschen zum Mitmenschen und schafft damit eine Sensibilisierung für sozialethische Werte, die in der Erziehung vieler junger Menschen verloren gegangen scheinen.

Aber auch auf der interlektuellen Seite stellt Musizieren für Kinder eine Herausforderung dar: Das Spielen nach Noten verlangt eine gleichzeitige Verarbeitung von Informationen hoher Dichte, die abstraktes und komplexes Denken herausfordert. Konzentration und Kreativität werden ständig gefordert und gefördert.

Dies wies der Musikwissenschaftler Hans Günther Bastian schon vor einigen Jahren nach.

Für die Martin-Buber-Schule, die sich die Förderung der individuellen und sozialen Fähigkeiten von Kindern zur Aufgabe gemacht hat, ist deshalb die Arbeit in einer Klasse mit musikpraktischem Schwerpunkt, einer Bläserklasse, eine Methode, diesem Anspruch gerecht zu werden.

In der Bläserklasse lernt jedes Kind ein Blasinstrument oder Percussionsinstrumente. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Städt. Musikschule Groß-Gerau, deren Instrumentalunterricht alle Kinder einmal wöchentlich nachmittags besuchen. Besonders ausgebildete Instrumentallehrer vermitteln hier die notwendigen Fähigkeiten auf dem jeweiligen Instrument.

In der Schule werden diese Fähigkeiten im Musikunterricht zusammengeführt.

Die Bläserklasse bildet ein sinfonisches Blasorchester, in dem fast alle Orchesterblasinstrumente vertreten sind: Querflöte, Klarinette, Saxophon, Trompete, Posaune, Horn und Tuba. Ein Schwerpunkt des Lernens in der Klasse stellt die Orientierung an den Mitschülern dar, jeder Schüler macht die Erfahrung, dass sein Beitrag zum Zusammenspiel wichtig ist, dass er aber auch auf die Beiträge der anderen hören muss, wenn ein harmonisches Zusammenspiel erfolgen soll. So wird jede Musikstunde zu einer Stunde des sozialen Lernens, in der die Konzentrationsfähigkeit, die im heimischen Üben erworben wurde, zielgerichtet eingesetzt wird.

Wenn nach einiger Zeit der erste Auftritt (nur vor Eltern) erfolgt, ernten die Kinder die Anerkennung ihrer Mühe. Es entwickeln sich schnell kleinere Gruppen, die auch außerhalb der Schule Musik machen. Bläserklassenkinder haben auch nachmittags keine Langeweile.

IMG 3435Die Martin-Buber-Schule stellt den Schülern und Schülerinnen der Bläserklasse die Instrumente leihweise zur Verfügung. Dazu war die Anschaffung von zwei Klassensätzen von Instrumenten notwendig, die jeweils ca. 22.000 € gekostet haben. Die Beschaffung dieser Instrumente war zum einen durch Mittel aus dem Modellprojekt „Schule gemeinsam verbessern“ (Beteiligte: Staatl. Schulamt für den Main-Taunus-Kreis und den Kreis Groß-Gerau und der Kreis Groß-Gerau) möglich, zum anderen durch Mittel des Fördervereins der Martin-Buber-Schule sowie durch einige Spenden von Firmen und ein zinsloses Darlehen der Groß-Gerauer Volksbank.

Inzwischen haben die Bläserklassen einen festen Platz im schulischen Leben unserer Schule erobert: Ob Einschulung der Fünftklässler, Schulfest, Entlassungsfeier, Musik- oder Adventsabend – die Bläserklassen gestalten solche Feiern stets durch ihre Musik mit.
Nach der sechsten Klasse können Eltern und Kinder entscheiden, ob die Schülerinnen und Schüler ihre auf dem Instrument erworbenen Fähigkeiten im Orchester der Martin-Buber-Schule weiter ausbauen wollen. Das im Rahmen einer AG geführte Orchester umfasst derzeit etwa 45 Musiker. Seit dem Schuljahr 2015/2016 bieten wir auch die Möglichkeit an, das Projekt Bläserklasse in Klasse 7 fortzuführen, sofern eine spielfähige Gruppe in ausreichender Stärke zusammenbleibt.

Der Beitrag für den Instrumentalunterricht, die Versicherung des Instrumentes und kleinere Reparaturen beträgt mindestens 34 € im Monat. Eltern, die diesen Betrag nicht aufbringen können, können einen formlosen Antrag auf Ermäßigung an den Förderverein stellen.
In jedem Jahr finden einmal die sogenannten „Bläsertage“ statt: Die Klasse fährt zu einem 3-tägigen Intensivtraining. Die Kosten hierfür betragen ca. 90 €. Die Teilnahme ist verpflichtend.

 

                                                                                                                                                                                                                                          - B. Scholian -

 

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