Intensivklasse (IK)

 

Neu in Deutschland?

 

Willkommen in unseren Intensivklassen

 

IK Logo

 

Wir haben 2 Intensivklassen. Die Intensivklasse 1 für die Schüler/innen der Jahrgänge 5/6 und die Intensivklasse 2 für die Schüler/innen der Jahrgänge 7-10

 

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         Hier unterrichten wir: Herr Simon (IK1) und Frau Saar-Tebati (IK2)

 

Wir arbeiten mit SchülerInnen und Eltern

und Sie können uns kontaktieren unter

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Was ist eine Intensivklasse?

 

Hier lernen schulpflichtige Schüler/innen, die ohne oder mit sehr geringen Deutschkenntnissen in den Kreis Groß-Gerau ziehen, intensiv Deutsch, um sich auf den Unterricht in einer Regelklasse vorbereiten zu können.

 

Das Aufnahme und Beratungszentrum (ABZ) des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Groß-Gerau und den Main-Taunus-Kreis* weist uns diese neuen Schüler/innen zu.

 

Der Aufenthalt in der Intensivklasse dauert in der Regel ein Jahr. Er kann höchstens auf zwei Jahre verlängert werden. Unsere Schüler/innen besuchen baldmöglichst stundenweise in Randstunden den Unterricht einer Regelklasse (Teilintegration). Nach dem Erreichen der Niveaustufe A2 (GER) erfolgt der Übergang in die Regelklasse.

 

In der Intensivklasse erwerben die Schüler/innen grundlegende Kenntnisse und Kompetenzen für das Verständnis und den Gebrauch der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Es findet bei Bedarf Alphabetisierung statt. Der Unterricht geht vom individuellen Lernstand und dem konkreten kommunikativen Handlungsbedarf der Schüler/innen aus. Neben dem Unterricht in Deutsch erhalten die Schüler/innen Unterricht in Mathematik, Englisch, IKG und Sport. Der Unterricht wird durch den Einsatz von Lernprogrammen am PC ergänzt. Die individuelle Förderung und Stärkung des eigenverantwortlichen Lernens spielen bei uns eine wichtige Rolle. Entsprechende Arbeits- und Lerntechniken werden vermittelt.

 

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Gruppenarbeit

 

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Vorbereitung einer Präsentation

 

 

Wir stärken die Integration unserer Schüler/innen zusätzlich durch deren Teilnahme an nachmittäglichen AGs, die unsere Schule anbietet. Die Hausaufgabenbetreuung steht ihnen täglich offen. Alle Schüler/innen der Intensivklassen beteiligen sich an Schulfesten, Sportturnieren, am „Tag der offenen Schule“ und an Wander- und Projektwochen. Uns ist wichtig, dass die Schüler/innen nicht nur den Unterricht und die Schule kennenlernen, sondern ihr Lebensumfeld erkunden und begreifen lernen.

Entsprechend besuchen wir Städte wie Mainz, Darmstadt und Frankfurt und schauen, was sie uns bieten. Wir besuchen Museen, Büchereien, Theater, Tanzschulen und Betriebe. Wir lernen kennen, wo wir wohnen und orientieren uns. Wir lernen die Verkehrswege (S-Bahn-Linien, Busse, Züge) kennen und im Projekt „Verkehrserziehung“ das Radfahren nach deutschen Verkehrsregeln noch dazu. All diese Lernorte sind Gelegenheit, Deutsch zu lernen und den Wortschatz zu festigen und zu erweitern. Praktisch macht es allen Spaß und Sinn!

 

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Verkehrserziehung in Zusammenarbeit mit der Jugendverkehrsschule Rüsselsheim

 

Am Ende des Halb-und Schuljahres bekommen die Schüler/innen verbale Zeugnisse. 

 

Nach dem Übergang in die Regelklassen werden die Schüler/innen nach Bedarf im Aufbaukurs Deutsch (AK) in den folgenden zwei Schuljahren weiterhin in Deutsch und Mathematik zusätzlich gefördert. Die Förderplanung bespricht der zukünftige Klassenlehrer mit den Eltern.

In diese Zeit fällt zumeist die DSD-Förderung. Im Rahmen unseres Förderkursangebots bereiten wir unsere Schüler/innen ab dem 14. Lebensjahr auch auf den Erwerb des Deutschen Sprachdiploms (DSD)vor.  Herr Simon ist der Ansprechpartner hierfür.

 

AkyolUnser Team wird durch die UBUS-Schulsozialarbeit, in Person Frau Akyol, ergänzt. Sie unterstützt unsere Schüler/innen nicht nur beim Klettern in der Kletterhalle, sondern auch bei der Suche nach einem Praktikumsplatz und bei der Bewerbung. Eltern können sich auch gerne an Sie wenden mit allen Fragen der Integration: Antragsstellungen, Formularen, Anmeldungen, Fahrkarten, Schulmensa, Hausaufgabenbetreuung usw. Frau Akyol ist zu erreichen unter ( 06152-98110 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für alles, was Praktikum und den Übergang Berufsschule, also die berufliche Orientierung, betrifft arbeiten wir eng zusammen mit den Berufsberatern der Bundesagentur für Arbeit, Frau Kurpiers, zusammen. Sie ist an festen Tagen bei uns an der Schule und bietet in Raum D 001 Sprechzeiten an. Eltern können hier gerne mit ihren Kindern Termine vereinbaren!

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Unser Ziel ist es unsere Schüler/innen auf ihrem Weg zur gelingenden Integration zu unterstützen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sie einen für sie bestmöglichen Schulabschluss erreichen können und damit den best möglichen Start in Deutschland.

 

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* Adresse/Link: https://schulaemter.hessen.de/standorte/ruesselsheim-am-main/region/abz

**GER/Link: Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen (GER) für Sprachen

 


Eine ehemalige Schülerin, die die IK-Klasse besucht hat, ist seit einigen Jahren eine Lehrerin auf unserer Schule, die Frau Akcin. In einem Interview erzählt sie von ihrem Lebensweg von der IK-Schülerin bis zur Lehrerin der MBS:

Interview mit Frau Akcin

Kompass: Aus welchem Land kommen Sie?
Fr. Akcin: Ich komme aus Anatolien. Das liegt in der Türkei.

Kompass: Fiel Ihnen die Umstellung schwer als Sie nach Deutschland kamen?
Fr. Akcin: Ja, das viel mir schwer, weil ich erst mit 14 Jahren nach Deutschland kam und das ohne ein Wort deutsch sprechen zu können.

Kompass: Warum sind Sie nach Deutschland gekommen?
Fr. Akcin: Weil mein Vater schon seit vier Jahren in Deutschland wohnte und die Familie durch Familienzusammenführung nachkommen ließ.

Kompass: Vermissen Sie Ihre alte Heimat?
Fr. Akcin: Ja, ich vermisse meine Kindheit. Ich bin dort auf dem Land aufgewachsen, in der schönen Natur. Ich vermisse diesen Lebensraum in der Natur.

Kompass: War es für Sie schwer Deutsch in einer bestimmten Zeit zu lernen?
Fr. Akcin: Klar, es fiel mir sogar sehr schwer. Ich hatte ja keine Deutschkenntnisse und auch keine Hilfe. Ich habe pro Tag mindestens 20 Wörter gelernt. Natürlich braucht man eine geregelte Lernzeit und Disziplin.

Kompass: Wie fanden Sie die IK-Klasse und was ist sie?
Fr. Akcin: Ich fand die IK-Klasse sehr angenehm. Wir wurden von Frau Kunze-Engemann unterrichtet. Sie hat uns jeden Tag gefragt, welches Datum wir haben und wie das Wetter ist. Da das Wetter in Deutschland sehr wechselhaft ist, konnte ich jeden Tag das Wetter mit einem anderen Wort beschreiben
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Kompass: Fanden Sie schnell Freunde?
Fr. Akcin: Ja, ich fand zwei Freundinnen, die auch in der IK-Klasse sehr fleißig lernten. Die eine davon ist später Informatikerin geworden.

Kompass: Was war Ihr Lieblingsfach?
Fr. Akcin: Meine Lieblingsfächer waren Kunst, Chemie, Mathe und Sport.

Kompass: Wann haben Sie sich entschlossen Lehrerin zu werden?
Fr. Akcin: Der Beruf hatte mich schon in meiner Kindheit interessiert; das war in der 10. oder 11. Klasse. Aber es hat sich auch eingependelt, da wir in der Familie viele Lehrer/innen haben.

Kompass: Welche Tipps haben Sie für die zukünftigen IK-Schüler damit sie besser und schneller Deutsch lernen?
Fr. Akcin: Ich kann nur sagen, dass man geregelte Lernzeiten braucht, sich daran hält und sich auch klar macht, wie viele Wörter man an einem Tag lernen möchte. Außerdem sollte man jeden Tag sehr viel Deutsch sprechen, die Hoffnung nicht verlieren und an sich glauben.

Kompass: Wie haben Sie es geschafft Lehrerin zu werden?
Fr. Akcin: Ich habe Deutsch gelernt und mein Studium absolviert. Dazu musste ich am Tag vier oder mehr Stunden lernen, sonst wäre ich heute nicht an der Martin-Buber Schule.

Mariza Wörpel & Tabea Vogel, 9A 

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Ein ehemaliger IK-Schüler (Umar Khan, 8c) erzählt über seine Erfahrungen in der IK-Klasse:

 

Viele Leute haben mich gefragt, was die Intensivklasse überhaupt ist, weil sie davon nie zuvor gehört hatten und ihnen die Wichtigkeit der Intensivklasse nicht bekannt war. Ich möchte hier berichten, welche Rolle diese Klasse in meinem Fall gespielt hat.

Am 23.04.2012 war es endlich soweit. Meine Familie und ich kamen nach Deutschland. In Pakistan waren meine Familie und ich wegen unserem Glauben verfolgt worden und mussten flüchten. Für mich war alles neu, viele Fragen schwirrten durch meinen Kopf und die wichtigsten Fragen waren, was aus mir in Zukunft werden würde und wie ich diese neue Sprache lernen könnte.

Zum Glück gab es einen große Hoffnung für mich und das war mein Cousin Adnan K. , der mir in dieser schwierigen Zeit geholfen hat und er erzählte mir von der Intensivklasse, die er selbst kennen gelernt hatte.

Nach den Sommerferien gab es dann endlich einen freien Platz für mich in der Intensivklasse der Martin-Buber-Schule. Von den 16 Schülern war ich der einzige aus Pakistan. Die anderen kamen aus Afghanistan, Ungarn, Peru, Spanien, der Türkei, Rumänien, Italien und Eritrea. Die einzige Sprache, die wir alle gemeinsam kannten, sollte Deutsch sein, deshalb haben alle versucht, es schnell zu lernen. Am Anfang war es sehr schwer für mich.

Wir hatten drei Lehrerinnen: Frau Kuntze-Engemann, Frau Saar-Tebati und Frau Happel. Wir haben Grammatik bei Frau Kuntze-Engemann, Sprechen bei Frau Saar-Tebati und Mathe bei Frau Happel gelernt.

An meinem ersten Schultag war ich sehr aufgeregt. Mein Cousin hat mich zur Schule gebracht, doch dann war ich ganz allein. Die ersten 3 Monate waren sehr schwer. Ich hatte keine Freunde, ich war oft allein und konnte weder etwas in der Cafeteria bestellen, noch jemandem erklären, was ich brauche.

Danach wurde es besser, ich konnte etwas Deutsch, um in den Randstunden bereits eine Klasse zu besuchen. Aber es war nicht einfach. Zunächst wollte ich nicht aus der Intensivklasse heraus in die normale Klasse. Die Intensivklasse war klein mit nur 16 Schülern. In der Regelklasse habe ich die Lehrer nicht genau verstanden. Die Aufgaben waren sehr schwer zu lösen für mich, da ich sie auch nicht genau verstanden hatte. Nach einiger Zeit habe ich bei Aufgaben, die ich nicht verstanden habe, auch meine Mitschüler gefragt. Dadurch bekam ich eine große Hilfe.

Meiner Meinung nach sprechen alle Ik-Schüler und –schülerinnen gut Deutsch, aber nicht nur deswegen, weil wir viel gelernt haben, sondern auch weil uns unsere Ik-Lehrerinnen mit viel Fleiß und Geduld Deutsch beigebracht haben. Ohne deren Hilfe wäre ich heute nicht so gut und dort, wo ich bin.

Durch viel Fleiß und viele Hausaufgaben in der Intensivklasse habe ich gut Deutsch gelernt. Ich möchte den Kindern der Intensivklasse empfehlen, sich immer auf ihr Ziel zu konzentrieren und es nicht aus den Augen zu verlieren.

Und heute?

Umar ist einer der besten Schüler seines Jahrgangs.

Er hat aufgrund seiner hervorragenden Leistungen dieses Jahr am Mathematikwettbewerb teilgenommen.

Groß-Gerau im März 2014